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Mamoune Kusaibati


Fachliche Unterstützung und Begleitung zum Erfolg:


Vorname:

Mamoun
Nachname:Al Kusaibati
Herkunftsland:

Syrien

Job-Titel:

Auszubildender zum Immobilienkaufmann

Firma:

Kubon Immobilienmanagement GmbH

In meinem Heimatland Syrien habe ich ein Fachabitur im Bereich Handel gemacht und danach an der Hochschule in der Fachrichtung Finanzmärkte und Buchhaltung zwei Jahre studiert. Nach einem erfolgreichen Abschluss habe ich angefangen an der Universität zu studieren. Leider musste ich mein Studium aufgrund des Krieges abbrechen und Syrien verlassen. Im September 2015 kam ich nach Deutschland. Von Anfang an wollte ich studieren. Als erstes habe ich natürlich Deutsch gelernt. Es hat eineinhalb Jahre gedauert. Währenddessen habe ich versucht mich an der Universität zu bewerben, sowie meine Abschlüsse anerkennen zu lassen. Ich war sehr enttäuscht, als der Brief von der internationalen Studienbewerbungen uni-assist e. V. kam. Die Entscheidung war, dass ich in Deutschland nicht studieren darf.  Ich habe überlegt, was ich weiter machen soll. Dann habe ich meine Zeugnisse zum Landesschulamt geschickt. Leider bekam ich wieder schlechte Nachrichten. Mein Abitur wurde nur als Hauptschulabschluss anerkannt, weil es ein Fachabitur ist. Das Hochschulstudium dauert in Deutschland mindestens drei Jahren, bei uns nur zwei. Dann dachte ich, dass ich nur noch ein Jahr nachholen muss. Nein, durfte ich nicht, da mein Abitur auch nicht anerkannt wurde. Also, alles, was ich seit meinem 16. Lebensjahr gemacht habe, war für nichts. Aber Aufgeben ist nicht in meinem Charakter. Ich habe einfach nach vorne geschaut und nach weiteren Möglichkeiten gesucht. Eine weitere Alternative für meinen beruflichen Weg war die Ausbildung. Mitte 2017 habe ich angefangen zu suchen. Meine Sachbearbeiterin bei der Agentur für Arbeit hat mich damals gut unterstützt und mir viele Stellen weitergeleitet. Ich habe mich sehr intensiv beworben. Die Anzahl der Bewerbungen, die ich geschickt habe, kann ich sogar gar nicht sagen. Es waren einfach sehr viele.

Ich habe nach Stellen in drei Bereichen gesucht: Steuerfachangestellter, Industriekaufmann und Immobilienkaufmann. Bei einer Firma habe ich eine Zusage bekommen. Danach wurde mein Abitur nicht anerkannt. Aus diesem Grund wollten sie mich nicht mehr ausbilden. Ja, sehr enttäuschend war es. Dann habe ich mich bei IHK gemeldet und wollte eine Weiterbildung machen, da ich in Syrien drei Jahre als Buchhalter gearbeitet habe. Sie haben mir gesagt, dass ich nur eine Weiterbildung machen kann, wenn eine Firma mich einstellt. Es ist aber echt unlogisch. Wer soll mich dann nehmen? Also, diese Option hat auch nicht funktioniert. Ich habe mich dann weiter für die Ausbildung beworben und wurde zu fünf Vorstellungsgesprächen in Magdeburg und Berlin eingeladen. Schon bei dem Vorstellungsgespräch mit der Kubon Immobilienmanagement GmbH habe ich bemerkt, dass der Chef trotz nicht erkannten Qualifikationen ein Potenzial in mir gesehen hat. Er hat an mich geglaubt und mir eine Chance gegeben. Seit dem 01.11.2017. mache ich die Ausbildung zum Immobilienkaufmann bei der Firma. Besonders schön finde ich die Möglichkeit, das Gelernte tatsächlich anwenden zu können, also den Praxisbezug. Obwohl ich schon viel Arbeitserfahrung in Syrien gesammelt habe, ist die Arbeitswelt in Deutschland für mich neu. Es gibt noch sehr viel zu lernen. Für mich ist die Sprache ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Ausbildung. Als Azubi soll man viele Fragen stellen. Wenn man die deutsche Sprache gut beherrscht, fällt es viel einfacher. 

Ich fühle mich im Moment sehr gut. Ich habe es geschafft mich beruflich, sowie privat zu integrieren. Ich habe nette Kolleg/-innen und gute Freunde in Magdeburg. Natürlich wünsche ich mir, dass Magdeburger eine bessere Haltung gegenüber Migranten entwickeln. Es gibt immer noch viele Menschen, die denken, wenn du nicht arbeitest und das Geld von der Stadt bekommst, bist du ein Geldräuber. Wenn du es geschafft hast eine Arbeit zu finden, bist du ein Jobräuber. Diese Einstellung soll sich ändern! Zum Glück sind aber die meisten Menschen nett. Ich arbeite viel mit Menschen und es macht mir echt Spaß!