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Praxishilfen

Gendersensible Berufsberatung
Noch immer entscheiden sich junge Männer tendenziell eher für technische Berufe und junge Frauen für soziale und pädagogische Berufe. Eine gendersensible Berufsberatung ermöglicht es Jugendlichen und jungen Erwachsenen, das eigene Potenzial für verschiedene Karrieren zu erkennen und den Werdegang nicht nach Geschlechtsstereotypen auszurichten.
Wie so eine Berufsberatung in der Praxis aussehen kann, zeigt die „Praxishilfe Gendersensible Berufsorientierung“ (2017) des Landesprogramms Regionales Übergangsmanagement Sachsen-Anhalt (RÜMSA).
Die Zusammenhänge von Berufswahl und Geschlecht bei Jugendlichen erläutert die Handreichung „Gendersensible Berufsorientierung – Informationen und Anregungen“ (2017) der Hans-Böckler-Stiftung. Die Publikation richtet sich an Lehrkräfte, Weiterbildner/-innen und Berufsberater/-innen.

Gender-Mainstreaming in Unternehmen umsetzen
Gender-Mainstreaming richtet sich nicht nur an Politik und Verwaltung auf EU- und Bundesebene, sondern ist ebenso Bestandteil des Diversity Managements von Unternehmen. Anregungen zur Umsetzung bietet die Internetseite des Vereins Charta der Vielfalt.
Gute Beispiele für die Umsetzung von Gender-Mainstreaming in Politik und Arbeitswelt finden Sie auch in den Dossiers der Bundeszentrale für politische Bildung.
Materialien und Checklisten, mit denen Arbeitgeber/-innen Gleichbehandlungsstandards in ihren Unternehmen überprüfen können, stellt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes in der Rubrik „Gleichbehandlung der Geschlechter im Arbeitsleben“ zur Verfügung. Hier finden sich Informationen zu Themen wie Entgeltgleichheit und gendersensible Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen.

Genderneutrale Personalauswahl und Anwerbung von Fachkräften
Um Frauen und Männer für jeweils geschlechtsuntypische Berufe zu begeistern, können originelle Aktionen und Werbung förderlich sein. Aufpassen sollten Personalverantwortliche, dass im Bewerbungsgespräch nicht unbewusste Geschlechtsstereotypen angewendet werden und die eigentliche Qualifikation der Bewerber/-innen in den Hintergrund rücken.
Formulierungsvorschläge und Anregungen, um Ihre Ausschreibungen, Bekanntmachungen und Kampagnen gendergerecht zu gestalten, finden Sie im Online-Wörterbuch „Geschickt gendern“.
Bei den jährlich stattfindenden bundesweiten Aktionstagen „Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag“ und „Boys’Day – Jungen-Zukunftstag“ laden Unternehmen und Schulen dazu ein, junge Menschen für geschlechtsuntypische Berufe zu begeistern: Am Girls’Day werden junge Frauen und Mädchen dazu ermutigt, technische und naturwissenschaftliche Berufe zu ergreifen. Der Boys’Day will junge Männer und Jungen für pädagogische, soziale sowie für Heil- und Pflegeberufe motivieren. An diesen Aktionstagen können Jungen und Mädchen in Unternehmen und Einrichtungen einen Einblick in die Praxis bekommen und an Workshops- und Bildungsangeboten teilnehmen.
Darüber hinaus bieten auch bundesweite Initiativen und Netzwerke wie „Komm, mach MINT“ und „klischeefrei“ Bildungsangebote, Material und Fachinformationen zur Auseinandersetzung mit gendersensibler Berufsorientierung für Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Schüler/-innen.

Frauen mit Migrationshintergrund in Führungspositionen bringen
Obwohl sich der Anteil hochqualifizierter Frauen von dem hochqualifizierter Männer auf dem Arbeitsmarkt kaum unterscheidet, sind Frauen in Führungspositionen noch immer unterrepräsentiert (vgl. „Das Statistik-Portal“). Das im Mai 2015 in Kraft getretene „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ soll dem entgegenwirken. Doch wen betrifft die gesetzliche Quote und wie kann die Umsetzung aussehen?
Die Broschüre „Zielsicher mehr Frauen in Führung – Praxisleitfaden zum Gesetz“ (2015) der EAF Berlin – Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin e.V. und der KPMG AG Wirtschaftsprüfgesellschaft informiert mit Beispielen aus der Praxis über Umsetzungsmöglichkeiten und klärt zu Chancen und Mythen rund um die Geschlechterquote auf.

Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Migrationshintergrund
Die Aufgaben, die eine Frau in ihrer Familie übernimmt, können Auswirkungen auf ihr berufliches Leben haben. Wie im Kurzbericht „Partnerschaftliche Vereinbarkeit – Die Rolle der Betriebe“ (2016) des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Wissenschaftszentrums Berlin festgestellt wird, bleiben Frauen noch immer länger für ihre Kinder zu Hause als Männer. Mütter sehen sich mit Barrieren beim Wiedereinstieg in den Beruf konfrontiert. Dabei spielt die Haltung von Arbeitgeber/-innen ihnen gegenüber eine entscheidende Rolle. Dies zeigt auch der Bericht „Diskriminierung im Bildungsbereich und im Arbeitsleben“ (2013) der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.
Auf der Internetseite „Perspektive Wiedereinstieg“ finden Sie mögliche Wege und Fördermöglichkeiten, um Frauen nach dem Mutterschutz oder der Elternzeit den Wiedereinstieg ins Unternehmen zu ermöglichen.

Gendersensibilität in der Ausbildung vermitteln
In der Ausbildung wird neben fachlichen Kompetenzen auch der Umgang mit Kolleg/-innen vermittelt. Gendersensibilität kann als Teil dieser sozialen Kompetenzbildung betrachtet werden. Es lohnt sich daher, schon in der Ausbildungszeit über geschlechtliche Gleichstellung und Geschlechtsstereotype aufzuklären.
Der Methodenkoffer „Vielfalt in der Ausbildung“ (2018) des Forschungsinstituts Betriebliche Bildung (f-bb) dient der Auseinandersetzung mit Diskriminierungspraktiken im Ausbildungsalltag. Lehrer/-innen und Ausbilder/-innen stehen damit konkrete Konzepte zum Umgang mit Diskriminierung, Rassismus und Sexismus zur Verfügung. In der Schulungseinheit „Sensibilisierung für das Thema Sexismus“ setzen sich Auszubildende mit Geschlechterstereotypen und -diskriminierung auseinander und erhalten praktische Hinweise zum Umgang mit sexistischen Äußerungen und Denkmustern am Arbeitsplatz.

Sensibilität für Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit im Berufsalltag
Die Broschüre „Queer‘ im Job – Lesben und Schwule in der Arbeitswelt“ wurde 2003 von der Fachgruppe Arbeitswelt der schweizerischen Lesben- und Schwulenorganisationen herausgegeben. Sie zeigt, dass sexuelle Identität auch im beruflichen Alltag eine Rolle spielt. Sie bietet eine Handreichung zur Umsetzung von Diversity am Arbeitsplatz – zum Schutz und zur Unterstützung von lesbischen, schwulen und queeren Arbeitnehmer/-innen.
Das Land Berlin bietet Materialien für den diskriminierungsfreien Umgang mit Transgeschlechtlichkeit im Arbeitsalltag. Tipps und Handreichungen für Arbeitgeber/-innen, Teamleiter/-innen, Personaler/-innen und Betriebsräte finden Sie auf der Seite der Senatsverwaltung Berlin.

Die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V.(dgti) in Berlin informiert über die Rechte von Menschen, die aufgrund ihrer geschlechtlichen und/oder sexuellen Identität benachteiligt werden. Zudem führt dgti bundesweit Workshops und Veranstaltungen durch, unter anderem für Unternehmen, Führungskräfte, Personaler/-innen und Berater/-innen.