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Diskriminierungssensible Gestaltung der Beratung

Als beratende Person ist eine Sensibilität für Differenz unerlässlich: Beratung kann nicht unberücksichtigt der individuellen Voraussetzungen, Erfahrungen, Möglichkeiten und Bedarfe stattfinden. Ein sensibler Umgang mit Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts, sozialer oder gesellschaftlicher Herkunft und Prägung, Aussehen, Religion und Weltanschauung ist Voraussetzung für eine wertschätzende und reflektierte Beratung. Daher ist der Erwerb interkultureller Kompetenz für Beratende eine Grundvoraussetzung.

Um eventuellen Diskriminierungserfahrungen der Ratsuchenden zu begegnen, hilft es, die Beratung diskriminierungssensibel zu gestalten. Dazu gehört beispielsweise, die Grundsätze gendersensibler Beratung zu kennen und Berufsfelder geschlechtsneutral vorzustellen, Geschlechterstereotype zu reflektieren und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu thematisieren. Dafür lohnen sich Kenntnisse des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, das Sie auf der Seite der Antidiskriminierungsstelle finden können, ebenso wie das Handbuch „Rechtlicher Diskriminierungsschutz“, welches über rechtliche Grundlagen und Handlungsmöglichkeiten informiert.

Migrationssensible Beratung setzt ein Verständnis der Beratenden dafür voraus, dass Ratsuchende aufgrund ihrer Migrationsgeschichte spezifische, häufig negative Erfahrungen gemacht haben. Die Publikation „Wo kommen Sie eigentlich ursprünglich her?‘ Diskriminierungserfahrungen und phänotypische Differenz in Deutschland“ des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration stellt die subjektiven Benachteiligungswahrnehmungen von Zugewanderten dar. Der Policy Brief gibt Beratenden somit einen Einblick in die Erfahrungen von Migrant/-innen. Gezeigt wird, wie das phänotypische Erscheinungsbild einer Person mit ihrer Diskriminierungserfahrung zusammenhängt. So sind Menschen, denen aufgrund ihres Erscheinungsbildes eine ausländische Herkunft zugeordnet wird, häufiger von Diskriminierung betroffen als andere. Zudem werden Unterschiede zwischen den Herkunftsgruppen und zwischen Angehörigen verschiedener Religionen untersucht.