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Anerkennung

Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen

Um in Deutschland einen Beruf ausüben zu können, kann es notwendig sein, dass die im Ausland erworbene Berufsqualifikation, durch eine offizielle Stelle geprüft und anerkannt werden muss. Die mitgebrachten beruflichen Qualifikationen werden hierbei mit den aktuellen Anforderungen an diesen Beruf in Deutschland verglichen, z.B. mit der aktuellen Ausbildungsverordnung. Es findet also eine Gleichwertigkeitsprüfung statt. Oft wird eine Übersetzung und Beglaubigung von Zertifikaten und Dokumenten verlangt, mit der die berufliche Qualifikation nachgewiesen werden kann. Welche Dokumente bei der Anerkennung von ausländischen Berufsqualifikationen als Nachweis eingereicht werden müssen entscheidet die für die jeweilige Berufsqualifikation zuständige Stelle.

Wird die Gleichwertigkeit der im Ausland erworbenen Abschlüsse im Vergleich zu deutschen Abschlüssen nachgewiesen, wird die Berufszulassung erteilt. Dies regelt seit 1. April 2012 das Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (Anerkennungsgesetz des Bundes, BQFG-Bund) in Verbindung mit den bestehenden spezifischen Berufsordnungen, denen es untergeordnet ist. Zudem gilt das Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz ausschließlich für bundesrechtlich geregelte Berufe. Durch das Landesanerkennungsgesetz (BQFG-Land ) vom 1. Juli 2014 ist die Anerkennung landesrechtlich geregelter Berufe in Sachsen-Anhalt festgelegt. Es beinhaltet außerdem einen Anspruch auf kostenfreie unabhängige Beratung. Ein Antragsverfahren und die Anerkennungsprüfung kann mehrere Monate dauern.

Bei der Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen ist neben bundes- oder landesrechtlich geregelten Berufen auch nach reglementierten und nicht reglementierten Berufen zu unterscheiden. Reglementierte Berufe, zum Beispiel im Gesundheits- und Bildungswesen, bedingen ein staatliches Zulassungsverfahren und eine Anerkennung der beruflichen Qualifizierung. D.h. der Beruf kann nicht ohne die Zulassung und das vorherige Anerkennungsverfahren ausgeübt werden. Dies ist auch notwendig, wenn eine Selbstständigkeit in bestimmten Berufen, wie Bäcker oder Friseur, angestrebt wird, da hier eine Meisterpflicht und somit eine Anerkennung des Meisterabschlusses notwendig ist.

Bei nicht reglementierten Berufen ist keine Anerkennung notwendig. Zu diesen gehört z.B. die Mehrzahl der akademischen Abschlüsse. Die Bewerbung auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist ohne formelle Anerkennung des Abschlusses möglich. Allerdings erleichtert eine Prüfung der Qualifikationen dem Arbeitgeber die Einschätzung der Fähigkeiten und dies kann sich auch auf das Gehalt nach Tarif auswirken.

ZEMIGRA hat in Kooperation mit dem IQ Netzwerk Sachsen-Anhalt ein Webinar zum Thema „Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen“ am 08. April 2019 durchgeführt. Haupt- und ehrenamtlich Tätige erhielten Informationen und Hilfestellungen zum Anerkennungsverfahren und seinen gesetzlichen Grundlagen. Anhand von Praxisbeispielen erläuterte Anerkennungsberaterin Julia Hansch die einzelnen Prozessschritte von der Antragsstellung bis zum Bescheid. Hier können Sie sich das aufgezeichnete Webinar ansehen.

Um sicher zu klären, ob ein Anerkennungsverfahren notwendig ist, und auch um sich zu vergewissern, wie in Deutschland der sogenannte Referenzberuf geregelt ist (bundes- oder landesrechtlich bzw. reglementiert oder nicht-reglementiert, wurde das „Anerkennungsportal“ eingerichtet – eine Informationsplattform mit dem sogenannten „Anerkennungsfinder“

Anerkennung in Deutschland – Das Informationsportal der Bundesregierung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen

Das Portal der Bundesregierung zur beruflichen Anerkennung enthält grundlegende Informationen beispielsweise zum Verfahren, rechtlichen Grundlagen, den zuständigen Stellen, spezielle Informationen für Geflüchtete sowie auch Beispiele aus der Praxis.

https://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/berufliche_anerkennung.php

Die Informationen zur Anerkennung finden Sie auch auf Französisch und Russisch.

Die Anerkennungsprüfung von ausländischen Berufsqualifikationen ist kostenpflichtig. Seit dem 01. Dezember 2016 kann ein Kostenzuschuss bis zu maximal 600 Euro beantragt werden. Förderfähig sind Personen, die keine Unterstützungsleistungen des Sozialgesetzbuches erhalten. Dies sind beispielswiese Geringverdiener, die eine duale Ausbildung absolvieren. Einen Überblick zur Förderung gibt der Flyer zum Anerkennungszuschuss des Bundesministerium für Bildung und Forschung. Dieser ist in neun Sprachen  erhältlich.

Weitere Informationen und Formulare zum Anerkennungszuschuss, sowie eine Ausfüllhilfe in Form eines Videos, gibt es auf der Themenseite Anerkennungszuschuss  des Informationsportals der Bundesregierung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen.

Das Landesnetzwerk „Integration durch Qualifizierung“ (IQ) bietet in Sachsen-Anhalt auch kostenfreie Beratungen an, in denen konkrete Fälle hinsichtlich der notwendigen Anerkennungsverfahren geprüft werden.

Wenn im Anerkennungsverfahren keine Gleichwertigkeit zum deutschen Referenzberuf festgestellt wird, d.h. keine vollständige Anerkennung der Berufsqualifikation besteht, können die wesentlichen Unterschiede durch sogenannte „Anpassungsqualifizierungen“ ausgeglichen werden. Das sind Qualifizierungen, die in der Regel modular in den Kompetenzen und praktischen Anteilen weiterbilden, die laut „Anerkennungsbescheid“ als fehlend festgehalten wurden.

Das IQ Landesnetzwerk Sachsen-Anhalt bietet hierzu Qualifizierungsberatung und einzelnen Maßnahmen für Anpassungsqualifizierungen an.

Wenn eine Anpassungsqualifizierung erfolgreich abgeschlossen wurde, kann das Anerkennungsverfahren nochmal aufgenommen werden, um den Ausgleich der fehlenden Unterschiede festzustellen. So kann durch die Anpassungsqualifizierung doch noch eine Berufszulassung erworben werden.

Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung des Netzwerkes Integration durch Qualifizierung (IQ) Sachsen-Anhalt:

Beratungsstellen und Anprechpartner/-innen nach Landkreisen und kreisfreien Städten auf der Homepage des Netzwerkes:

https://www.sachsen-anhalt.netzwerk-iq.de/fuer-eingewanderte/anerkennungs-und-qualifizierungsberatung/kontakte-beratung/

Weiterführende Links und Hinweise zum Thema Anerkennung:

Bundesagentur für Arbeit: Informationsseite zur Anerkennung

Bundesagentur für Arbeit erklärt die einzelnen Schritte zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Die Informationen umfassen Kosten, benötigte Unterlagen und Beratungsstellen.

https://www.arbeitsagentur.de/fuer-menschen-aus-dem-ausland/auslaendische-abschluesse-anerkennen-lassen

Gesetz über die Feststellung der Gleichwertigkeit ausländischer Berufsqualifikationen im Land Sachsen-Anhalt

Das Landesgesetz regelt unter anderem die Anerkennung im Bereich der schulischen Ausbildung, welche unter Landesrecht fällt, sowie von Weiterbildungen wie den Techniker-Qualifikationen verschiedener Fachrichtungen. Auch die Anerkennung landesrechtlich reglementierter Berufe wie Architekt/in, Ingenieur/in und Lehrer/in wird durch die Gesetze und Verordnungen geregelt.

https://www.anerkennung-in-deutschland.de/media/anerkg_lsa_v240614_gvbl_s_350.pdf

IHK Magdeburg: Anerkennung

Die IHK Magdeburg hat einen Leitfaden für Unternehmen zur Integration von Geflüchteten in Ausbildung und Arbeit erstellt. Unter anderem geht die Veröffentlichung auf die Frage ein „Wie kann ich als Unternehmer erkennen, welches Niveau die ausländische Ausbildung des Flüchtlings hat?“.

https://www.magdeburg.ihk.de/blob/mdihk24/starthilfe/fallback1429123296212/3151652/a6a2418b318e3f7805be8be78235e819/IHK-Leitfaden-zur-betrieblichen-Integration-von-Fluechtingen-data.pdf

Agentur für Arbeit: Reglementierte Berufe

Die Agentur für Arbeit stellt eine Liste der in Deutschland reglementierten Berufe, bei denen die Anerkennung des im Ausland erworbenen Berufsabschlusses notwendig ist, zur Verfügung. Um eine Ausbildung in einem reglementierten Beruf zu absolvieren, ist die Anerkennung des Schulabschlusses notwendig.

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null/reglementierteBerufe

IQ Netzwerk Nordrhein-Westfahlen: Mehrsprachiges Fachwörterbuch für das berufliche Anerkennungsverfahren

Deutsch - Englisch - Arabisch - Persisch - Kurdisch

https://www.weiterbildungsberatung.nrw/materialien/pdfs/thema-anerkennung/mehrsprachiges-fachwoerterbuch-beratung

In der Mediathek finden Sie Erklärvideos zum Anerkennungsprozess

Bundesinstitut für Berufsbildung „Prototyping Transfer“

Das BIBB stellt ein neues Verfahren für Kammern vor, welches bei der Anerkennung durch Kompetenzfeststellung durch Qualifikationsanalysen unterstützen soll. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Erläuterung zum Verfahren auf der Seite des BMBF:

https://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/qualifikationsanalyse.php

Video:

https://www.youtube.com/watch?v=syYR2tUpQRo

DIHK/ Berufliche Anerkennung „Berufliche Anerkennung - Eine Chance für Fachkräfte und Unternehmen“

Das Projekt »Unternehmen Berufsanerkennung« möchte Unternehmen über die Möglichkeiten der beruflichen Anerkennung informieren und für die sich aus der Einstellung ausländischer Fachkräfte ergebenden Chancen sensibilisieren. Im Video wird die Bedeutung der Anerkennung beruflicher Qualifikationen sowie das Verfahren erklärt. Weitere Informationen gibt es auf dem Portal http://unternehmen-berufsanerkennung.de/.

Video:

www.youtube.com/watch?v=EMDs0XYVCbc

In der Mediathek finden Sie weitere Erklärvideos zum Anerkennungsprozess.

IQ Netzwerk Hessen „Infoblatt Westbalkan"

Das „Infoblatt Westbalkan" des IQ Netzwerkes Hessen informiert über Besonderheiten bei der Anerkennung von Berufsqualifikationen aus Westbalkanländern. Die Arbeitshilfe für Beraterinnen und Berater im Handlungsfeld Anerkennung wurde von der Mobilen Anerkennungsberatung (MoAB) bei INBAS entwickelt.

Anerkennung von schulischen Abschlüssen

Um eine Ausbildung in Deutschland zu beginnen, ist es bei manchen Ausbildungsberufen notwendig schulische Abschlüsse anerkennen zu lassen. Dies gilt z.B. für reglementierte Berufe wie Altenpfleger/-in, Dachdecker/-in oder Pharmazeutisch-technische/r Assistent/in.

Zuständig für die Anerkennung von Schulabschlüssen ist in Sachsen-Anhalt das Landesschulamt Sachsen-Anhalt.

Die Ansprechpartner/-innen des Landesschulamtes finden Sie unter: https://landesschulamt.sachsen-anhalt.de/behoerde/schulfachliche-beratung/anerkennung-auslaendischer-schulzeugnisse/

Wenn die Anerkennung des erforderlichen Schulabschlusses durch das Landesschulamt nicht erteilt werden kann, können z.T. Schulabschlüsse im Abendkolleg an Volkshochschulen oder anderen Bildungsstätten nachgeholt werden. Hierzu sind in der Regel gute Sprachkompetenzen erforderlich, um dem Unterricht folgen zu können.

Informationen zum Nachholen eines Schulabschlusses auf der Seite dem Landesportal Sachsen-Anhalt

https://bildung.sachsen-anhalt.de/schulen/weitere-schulinfos/schulformen/allgemein-bildende-schulen/zweiter-bildungsweg/informationen-zum-zweiter-bildungsweg/

Anerkennung von Hochschulabschlüssen

Die Anerkennung von Hochschulabschlüssen wird bundesweit durch die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) von der Kulturministerkonferenz durchgeführt. Genauere Informationen zur Anerkennung von Hochschulabschlüssen erhalten Sie auf der Seite https://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/zeugnisbewertung_von_hochschulabschluessen.php

Um zum Erststudium zugelassen zu werden, müssen die Hochschulen die im Ausland erworbenen Schulabschlüsse anerkennen. Dies gilt auch für Studien- und Prüfungsleistungen, die im Ausland erbracht wurden. Hier greift das Anerkennungsgesetz nicht. Dies gilt auch für den Zugang zu weiterführenden Studiengängen.

Außer bei Studiengänge, die mit Staatsexamen abgeschlossen werden. Hier ist das Landesprüfungsamt für die Anerkennung zuständig.

Weitere Informationen zur Anerkennung von Hochschulabschlüssen finden Sie auf dem Informationsportal der Bundesregierung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen

https://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/anerkennung_im_hochschulbereich.php